Montag, 8. August 2011

"Wenn du privilegiert aufwächst und um dich herum nur Erfolg siehst – dann willst du daran glauben, dass er in den Genen liegt"

Der Psychologe Philip Zimbardo gehört zu den bekanntesten (lebenden) Psychologen. Berühmt und berüchtigt sind seine Gefängnisexperimente, mit denen er die Wichtigkeit der Situation zeigte, die das Verhalten von Menschen, die sich in ihr befinden, beeinflusst. In einem Interview erzählt er, wie es zu dieser Idee kam, wie erstaunt er selbst von der Dynamik der Situation war und dass er selbst zum Hauptwärter wurde, dem das Schicksal der Leute nahzu gleichgültig war: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1118088

Mittwoch, 3. August 2011

Wie das Gehirn Gesichter erkennt

Ein interessanter TEDx Vortrag aus der Gehirnforschung zum Thema visuelle Verarbeitung von Gesichtern.So ist das menschliche Gehirn in der Lage, sehr zuverlässig zwischen künstlichen und echten Gesichter zu unterscheiden. Untersuchungen mit fMRT versuchen, nachzuvollziehen, welche Hirnareale am Erkennen beteiligt sind.

Freitag, 27. Mai 2011

Krankenkasse: Jeder in die Psychotherapie investierte Euro bringt zwei bis vier Euro an gesamtgesellschaftlichem Nutzen

Psychotherapie gehört zu den umsatzstärksten ärztlichen Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem müssen Patienten meist lange Wartezeiten auf sich nehmen. In einer Langzeitstudie hat die Techniker Krankenkasse (TK) zusammen mit Wissenschaftlern der Universitäten Mannheim und Trier die Effektivität ambulanter Psychotherapie und Möglichkeiten regelmäßiger Qualitätsmessungen untersucht.

Jeder in die Psychotherapie investierte Euro bringt zwei bis vier Euro an gesamtgesellschaftlichem Nutzen, teilt die Technikerkrankenkasse (TK) mit. Psychotherapie ist aber hochbürokratisch geregelt: Dauert eine Psychotherapie länger als 25 Stunden, müssen die Krankenkassen bevor sie die Kosten übernehmen dürfen in einem vor über vier Jahrzehnten eingeführten Gutachterverfahren prüfen lassen, ob die Weiterbehandlung medizinisch notwendig ist. Die TK spricht sich dafür aus, künftig auf das aufwändige Gutachterverfahren zu verzichten. Dr. Thomas Ruprecht, der die Studie die TK betreut hat: "Unsere Studie zeigt jedoch, dass die Therapiequalität ohne Gutachten nicht schlechter ist und auch nicht mehr Therapiestunden abgerechnet werden."

An einem entsprechenden Modellvorhaben nahmen von 2005 bis 2009 knapp 400 Therapeuten sowie 1.708 Patienten in den Regionen Westfalen-Lippe, Hessen und Südbaden teil. Die Hälfte der teilnehmenden Therapeuten betreute ihre Patienten nach Einsatz des herkömmlichen Gutachterverfahrens, die andere Hälfte durfte darauf verzichten. Zu verschiedenen Zeitpunkten vor, während, am Ende und ein Jahr nach der Behandlung wurden Patienten und Therapeuten um ihre Einschätzung der Ergebnisqualität gebeten. Trotz der unterschiedlichen Bewilligungspraxis in beiden Gruppen konnten jedoch keine signifikanten Qualitätsunterschiede festgestellt werden. Zudem zeigte sich, dass in der Interventionsgruppe ohne Gutachterverfahren im Durchschnitt kaum mehr Therapiesitzungen abgerechnet wurden als in der Kontrollgruppe. Allerdings variierte die Zahl der Sitzungen in der ersten Gruppe deutlicher, das heißt Therapien wurden bei Erfolg früher beendet oder im Gegenzug bei weiterem Behandlungsbedarf verlängert. "Im Mittel gab es zwar keine spürbaren Unterschiede, es zeigt sich jedoch, dass die Therapeuten den Therapiebedarf der Patienten eigenverantwortlich sehr gut steuern können und die Patienten mit einem Qualitätsmonitoring auch sehr zufrieden sind", so Ruprecht.

Der vollständige Evaluationsbericht des TK-Modellvorhabens steht unter www.presse.tk.de zum kostenlosen Download.

Samstag, 18. Dezember 2010

Bewusstsein

Bewusstsein - Geist - Identität. Drei große Begriffe aus dem Feldern Psychologie und Biologie, mit denen sich der Hirnforscher Ernst Pöppel beschäftigt hat. In der Neuen Züricher Zeitung und in Welt online erschien ein interessantes Interview. Textprobe: 
Das wichtigste Kriterium ist die Mitteilbarkeit, ob sie nun stattfindet oder nicht. Auch Selbstgespräche gehören dazu. Bewusstsein erhält dadurch eine soziale Dimension: Mir ist etwas bewusst, weil es andere gibt.


Eines der bekanntesten Bücher Pöppels ist "Der Rahmen. Ein Blick des Gehirns auf unser Ich" von 2006.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Interessanter Artikel über gelernte Hilflosigkeit

http://bit.ly/eZvCWQ
Der Artikel, der zuerst im The European erschien beschäftigt sich mit der Frage, warum Verbraucher pessimistisch in die Zukunft sehen, obwohl die Rahmendaten der Wirtschaft (Arbeitslosigkeit, Inflation) sehr viel besser sind als beispielsweise in den 80er Jahren. Offensichtlich hat die Finanzkrise, die Immobilenblase oder auch die Internetblase viel an Vertrauen in etablierte Ratgeber zerstört. Der Autor argumentiert mit gelernter Hilflosigkeit und verweist auf ein Experiment mit Hunden, die in unterschiedlichen Situationen in Form leichter Stromreizungen missliebigen Behandlungen ausgesetzt werden. Ein Hund kann den Reiz nach einer optischen oder akustischen Warnung allerdings ausschalten (Hunde können das lernen), der andere nicht. Der Hund, der die Erfahrung gelernt hat, dass er missliebige Behandlungen nicht ausschalten kann, verhält sich in anderen Sitauationen genauso schicksalsergeben wie in seiner Lernsituation.

Frage ist, ob der Hundeversuch auf Menschen üebrtragbar ist. Falls ja, gilt es, sich aus der gelernten Hilfslosigkeit zu befreien. Die Empfehlung dafür kommt von James Pennebaker, der gezeigt hat, dass traumatische Ereignisse am besten durch aktives, analysierendes Nachdenken bewältigt werden können. Statt tränentriefender Einzelschicksalsberichte wäre es besser, Hintergrundberichte über Ursachen und Folgen zu lesen.

Montag, 27. September 2010

Visualisierung von Daten über Musikgeschmack

Last.fm ist ein Service, der mitloggt, was die registrierten User von last.fm mit den diversen Playern so an Musik hören. Daher kennt last.fm den Musikgeschmack vieler User. Im Blog von last.fm finden sich einige interessante Visualisierungen dieser Daten. Auf den Achsen sind die beiden Variablen "Geschlecht" und "Alter" aufgetragen. So lassen sich Künstlernamen in diesem 2-D-Diagramm je nach Durchschnittsalter der Fans anordnen (x-Achse). Auf der y-Achse wird angeordnet, ob eher weibliche oder eher männliche Hörer einen Künstler bevorzugen. http://blog.last.fm/2010/09/22/now-in-the-playground-gender-plots

Mittwoch, 11. August 2010

Internetphobie?

Wer die Debatte über Google Street View verfolgt und vielleicht auch noch die Zeitungsente mitbekommen hat, wonach Google plant, auch Flugdrohnen einzusetzen, kommt möglicherweise zu der Meinung, dass sich in diesen Diskussionen eine spezifische Angt vor dem Internet zeigt: http://www.internetphobie.info (Themenseite gerade im Aufbau).